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Das ist ein Aspekt, warum Erinnerungspflege in vielfältiger Weise in
all unseren geronto-psychiatrischen Stationen eingesetzt wird. Jeder Mensch hat das Recht
auf Beziehung zu anderen. Was ist aber, wenn die Möglichkeiten in Beziehung zu treten
eingeschränkt sind und/oder fehlgedeutet werden, so wie das bei dementiell veränderten
Menschen aber auch bei anderen gerontopsychiatrischen Störungsbildern, wie z.B. bei der
Depression der Fall ist?
Im Langzeitgedächtnis sind viele Fakten gespeichert, die
darauf warten hervor geholt zu werden und so kann über Gegenstände aus der persönlichen
oder allgemeinen Geschichte diese Erinnerung wachgerufen werden. Angehörige, Mitpatienten
und auch Pflegende können so mit dem Patienten wieder ins Gespräch kommen. Oft erleben
wir gerade Angehörige, die hilflos nach Worten und Gesprächsthemen ringend bei den
dementiell Erkrankten sitzen. Durch die verschiedenen Möglichkeiten der Erinnerungsarbeit
werden Ressourcen geöffnet, die es den Klienten ermöglichen in Beziehung zu treten,
Dinge auszusprechen, die von anderen verstanden werden und ein gemeinsames Thema zu
finden. Nicht zuletzt trägt dies zum gegenseitigen Verstehen bei, macht Spaß und Freude
und stärkt ein nicht zu unterschätzender Aspekt die Selbstachtung.
Ein weiterer Aspekt der Erinnerungsarbeit ist aber auch,
dass oft lebensgeschichtliche Informationen über den Patienten fehlen, die aber notwendig
sind, um diesem gerecht zu werden. Jeder Patient hat ein Recht darauf, verstanden zu
werden und Hilfe zu erhalten, mit der momentanen und zukünftigen Situation fertig zu
werden. Dies können aber auch Profis nur dann leisten, wenn sie etwas (mehr) über die
Lebensgeschichte der Patienten wissen. Häufig wird Handeln oder Verweigerung
missverstanden, ist es schwer nachzuvollziehen, was einen dementiell veränderten Menschen
gerade bewegt. Durch die Erinnerungsarbeit (und auch Biografiearbeit) lassen sich nicht
nur Tatsachen aus der Lebensgeschichte abfragen, sondern immer auch emotionale Inhalte und
Zusammenhänge.
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