Bei der Kunsttherapie werden
Techniken wie Zeichnen, Malen oder Modellieren im Sinn der bildenden Kunst eingesetzt.
Dabei entdecken viele Patientinnen und Patienten bisher unbekannte Fähigkeiten. Oftmals
sind ihre Werke Ausdruck der augenblicklichen Verfassung.
Noch wichtiger als die diagnostische Auswertung sind die
therapeutischen Aspekte: Die Kunsttherapie kann befreiend wirken. In der therapeutischen
Praxis wird sie auch in Gestaltungsgruppen durchgeführt.
Musiktherapie ist keine Ergotherapie, in
der Patienten zur musikalischen Aktion bewegt werden sollen, damit sie ein musikalisches
Hobby finden oder mit Musik passiv geheilt werden.
In der Musiktherapie wird der freie Umgang mit Klängen
und Geräuschen zum Ausgangspunkt für eigene neue - bisher nicht geahnte Umgangsweisen
mit sich selbst und anderen Menschen.
Da Patienten, wenn sie sich für eine Therapie im
klinischen, stationären Setting entscheiden, im Umgang mit sich selbst und durch Freunde
und Helfer schon zahlreiche Betrachtungswege, Ratschläge, Tipps, Informationen hinter
sich haben, besteht die Erwartung auf etwas Neues - eine andere Form der Lösung.
In der aktiven Gruppen-Musiktherapie kann ein Patient seine eigenen Lösungskompetenzen entdecken, den eigenen Wünschen zur
Veränderung bei sich selbst mit eigenem Tempo und Intensität nachgehen und
herausarbeiten und experimentell erproben, verändern, variieren und auch wieder
verwerfen.
In spielerischer Freiheit wird der eigene Leidensdruck,
das eigene Interesse und der Wunsch zur Veränderung zum Weg aus der Krise. So kann bisher
Ungedachtes, Ungeahntes oder Unterschätztes, Unerhörtes erlebte Wirklichkeit werden.
Über die kognitive Erkenntnis des Erlebten und seine
Bedeutung und den Zusammenhang zum Eigenen wird es möglich, in der Alltagsrealität
eigene neue Wege zu finden oder wo es bisher noch keinen Weg gab, dein eigenen zu gehen. |