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Reiki
Was ist Reiki? Reiki ist ein japanisches Wort und bedeutet
Universale Lebensenergie. Rei umschreibt den universalen Aspekt, Ki steht für
Lebensenergie. Es handelt sich um uraltes tibetanisches Wissen, das hilft, Gesundheit zu
erhalten, Selbstheilungskräfte zu aktivieren, den Stoffwechsel zu fördern und Stress
abzubauen. Was Reiki-Anwender längst wissen: Reiki lässt sich ideal mit allen
naturheilkundlichen und schulmedizinischen Therapien kombinieren. Der Bekanntheitsgrad und
die Akzeptanz wachsen beständig.
Wie sieht es nun speziell im Bereich der Schulmedizin
aus? Auch hier wird ein Wandel der bisherigen Lehrmeinung deutlich spürbar
ähnlich wie bei der Akupunktur, die noch vor wenigen Jahren als Humbug
abgetan wurde und inzwischen immer häufiger von Ärzten eingesetzt wird.
Reiki im Drogenentzug der Westfälischen Klinik
Warstein
Im Mai 2001 haben wir auf der Station Sprungbrett Qualifizierte stationäre
Akutbehandlung Drogenabhängiger den Startschuss für Reikibehandlungen gegeben. Die
Reikibehandlungen werden vom Arzt als Entspannungsmaßnahme angeordnet und sind somit für
die Patienten, die auf dieser Station im Durchschnitt circa drei Wochen zur
Entzugsbehandlung bleiben, ein Glied in der Behandlungskette. Dabei fällt besonders
positiv auf, dass die Patienten die Reikibehandlungen eigenmotiviert einfordern, obwohl
viele sonst eher antriebsschwach sind. Weiterhin hat sich nach Aussage der Stationsärztin
herausgestellt, dass Reiki-Patienten deutlich weniger zusätzliche Medikamente benötigen,
als Patienten, die diese Behandlung nicht erhalten.
Neben den regelmäßigen Reikibehandlungen sind
Reiki-Informationsgruppen fester Bestandteil des Angebots. Patienten schreiben selbst
Behandlungsprotokolle Nach jeder Reikibehandlung fertigen die Patienten ein kurzes
Protokoll an. Sie notieren zunächst ihre Entzugssymptome, sowohl die körperlichen, wie
auch die geistigen und/oder seelischen Beschwerden. Zum Beispiel: Kopfschmerzen,
Erbrechen, Durchfall, Sehstörungen, Depressionen, Aggressionen, Abbruchgedanken. Dann
notieren sie kurz, ob sich die Symptome nach der Behandlung gebessert haben oder gar ganz
behoben sind. Zusätzlich können sie in Stichpunkten ihre Empfindungen bei der
Reikibehandlung angeben. Die Palette reicht von Tiefenentspannung, Geborgenheit, Liebe,
Lachen bis hin zu wieder Weinen konnen§. Es gibt inzwischen mehrere hundert
Protokolle.
Hier einige Auszüge: "Unmittelbar nach dem Reiki
fühle ich mich entspannter und gelassener". "Ich fühle deutlich, dass sich
etwas bewegt, kann es aber schlecht umschreiben". "Die Behandlung loste in mir
eine ungeheure Ruhe und Zufriedenheit aus".
Nicht selten ist auch die Rede von Schmerzen, die besser
wurden oder ganz verschwunden waren, usw. Außerdem besteht Für die Patienten die
Möglichkeit, im Rahmen der Angebote des Gesundheitfördervereins "WOGE e.V."
Reiki zu erlernen, um es dann zukünftig selbstständig anwenden zu können.
Ohr-Akupunktur
Ohr-Akupunktur ist eine erfolgreiche Methode bei der Behandlung alkohol-, nikotin- und
drogenabhängiger Patienten. Diese Behauptung rief bis vor wenigen Jahren bei Ärzten und
Suchttherapeuten Unglauben bis Ablehnung hervor. Viele waren aber neugierig genug,
"Suchtakupunktur" zu erlernen, anzuwenden und sich zusammen mit ihren Patienten
von der Wirksamkeit dieser ungewohnten Methode überzeugen zu lassen. Seit nun mehr als 30
Jahren wird die Akupunktur, speziell die Ohr- Akupunktur, mit großem Erfolg in der
Suchtmedizin angewandt.
Anfang der 1970-er Jahre hatte ein Neurochirurg diese
besondere Wirkung der Akupunktur, die eine Therapiemethode der Traditionellen Chinesischen
Medizin (TCM) ist, eher zufällig entdeckt: Die wegen Wundschmerzen nach einer Operation
akupunktierten opiumabhängigen Patienten wunderten sich, dass sie kaum Entzugsschmerzen
hatten, sie litten nicht unter Nervosität und ihr Drogenhunger ließ nach.
Der Neurochirurg ging diesem Phänomen nach und
veröffentlichte 1973 seine systematische Untersuchung zur Suchtbehandlung mit Akupunktur.
In der Folge wurde im New York Lincoln-Hospital (USA) eine besonders effektive Kombination
von fünf Akupunkturpunkten im Ohr herausgefunden: Die fünf Ohrpunkte des NADAProtokolls,
die so überzeugend wirkten, dass das Lincoln-Hospital fortan auf Substitutionsmittel beim
Entzug verzichtete. NADA ist die Abkürzung für National Acupuncture Detoxifikation
Association, deren deutsche Niederlassung in Hamburg zu finden ist.
Aber wie wirkt nun die Ohr- Akupunktur auf den Patienten?
Nach Darstellung der Behandelten ist die Akupunktur in der Lage, eine Vielzahl vegetativer
Symptome wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Nachtschweiß Magenbeschwerden und Kopf-,
Rücken- und Beinschmerzen positiv zu beeinflussen. Es kommt seltener zu Krampfanfällen,
lindert innere Unruhe und verbessert den Schlaf. Die Entzugssymptome bleiben erträglich,
die Patienten fühlen sich wach und entspannt, ihr Drogenhunger nimmt ab.
Die Ohr-Akupunktur ist eine Reflextherapie, d. h. die
Strukturen des ganzen Körpers spiegeln sich im Ohr wider. Über die Ohr-Akupunktur werden
die natürlichen Selbstheilungskräfte, die jeder Mensch besitzt, aktiviert, um ein
beschwerdefreies Zusammenspiel der Körperfunktionen zu ermöglichen.
Die Akupunktur ist eine kostengünstige und effektive
Methode zur Unterstützung der konventionellen Suchttherapie. Sie wirkt unabhängig von
der Art des Suchtstoffes, ob es nun Heroin, Alkohol, Nikotin oder Medikamente sind. Zur
Behandlung werden drei bis sechs feine Stahlnadeln in beide Ohrmuscheln gestochen. Dies
kann einen leichten Schmerz verursachen, meist ist der Einstich jedoch kaum zu spüren.
Die Nadeln bleiben 30 bis 45 Minuten sitzen. Am Anfang wird täglich, später alle zwei
Tage, dann zweimal die Woche behandelt, um den Erfolg zu stabilisieren
(Rückfallprophylaxe).
In den Westfälischen Kliniken für Psychiatrie und
Psychotherapie Warstein und Lippstadt wird die Akupunktur von speziell ausgebildeten
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach ärztlicher Anordnung angeboten und durchgeführt.
Sie wird als Teil eines komplexen Behandlungskonzepts in der Entzugsbehandlung angewendet.
Akzeptiert und integriert
Auf Grund der guten Erfahrungen und positiven Rückmeldungen von Patienten und
Mitarbeitern haben wir in der Folge auch in den anderen Entzugsstationen Reiki und
Ohr-Akupunktur in das Behandlungsangebot aufgenommen. Inzwischen sind beide
Behandlungsmethoden Bestandteil in der Mitarbeiterfortbildung unserer Kliniken. |