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Lichtblicke für die Seele

Behandlungsverfahren

Reiki und Ohr-Akupunktur

Alternative Behandlungs-
methoden in der Suchtmedizin

Auf Grund der guten Erfahrungen und positiven Rückmeldungen von Patienten und Mitarbeitern haben wir in der Folge auch in den anderen Entzugsstationen Reiki und Ohr-Akupunktur in das Behandlungsangebot aufgenommen.

Die Entzugsbehandlung von Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängigen hat in der Westfälische Klinik Warstein eine jahrzehntelange Tradition. Seit sieben Jahren führen wir diese Behandlungen nach den vorgegebenen strengen Maßstäben als „Qualifizierte Entzugsbehandlungen“ durch. Im Frühjahr 2001 haben wir – zunächst in einer Drogenentzugsstation – begonnen, das Behandlungsprogramm um zwei begleitende, alternative Behandlungsmethoden zu erweitern: Reiki und Ohrakupunktur. Beide Behandlungsmethoden sollen hier nun kurz vorgestellt werden:

Reiki
Was ist Reiki? Reiki ist ein japanisches Wort und bedeutet „Universale Lebensenergie“. Rei umschreibt den universalen Aspekt, Ki steht für Lebensenergie. Es handelt sich um uraltes tibetanisches Wissen, das hilft, Gesundheit zu erhalten, Selbstheilungskräfte zu aktivieren, den Stoffwechsel zu fördern und Stress abzubauen. Was Reiki-Anwender längst wissen: Reiki lässt sich ideal mit allen naturheilkundlichen und schulmedizinischen Therapien kombinieren. Der Bekanntheitsgrad und die Akzeptanz wachsen beständig.

Wie sieht es nun speziell im Bereich der Schulmedizin aus? Auch hier wird ein Wandel der bisherigen Lehrmeinung deutlich spürbar – ähnlich wie bei der Akupunktur, die noch vor wenigen Jahren als „Humbug“ abgetan wurde und inzwischen immer häufiger von Ärzten eingesetzt wird.

Reiki im Drogenentzug der Westfälischen Klinik Warstein
Im Mai 2001 haben wir auf der Station „Sprungbrett – Qualifizierte stationäre Akutbehandlung Drogenabhängiger“ den Startschuss für Reikibehandlungen gegeben. Die Reikibehandlungen werden vom Arzt als Entspannungsmaßnahme angeordnet und sind somit für die Patienten, die auf dieser Station im Durchschnitt circa drei Wochen zur Entzugsbehandlung bleiben, ein Glied in der Behandlungskette. Dabei fällt besonders positiv auf, dass die Patienten die Reikibehandlungen eigenmotiviert einfordern, obwohl viele sonst eher antriebsschwach sind. Weiterhin hat sich nach Aussage der Stationsärztin herausgestellt, dass Reiki-Patienten deutlich weniger zusätzliche Medikamente benötigen, als Patienten, die diese Behandlung nicht erhalten.

Neben den regelmäßigen Reikibehandlungen sind Reiki-Informationsgruppen fester Bestandteil des Angebots. Patienten schreiben selbst Behandlungsprotokolle Nach jeder Reikibehandlung fertigen die Patienten ein kurzes Protokoll an. Sie notieren zunächst ihre Entzugssymptome, sowohl die körperlichen, wie auch die geistigen und/oder seelischen Beschwerden. Zum Beispiel: Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Sehstörungen, Depressionen, Aggressionen, Abbruchgedanken. Dann notieren sie kurz, ob sich die Symptome nach der Behandlung gebessert haben oder gar ganz behoben sind. Zusätzlich können sie in Stichpunkten ihre Empfindungen bei der Reikibehandlung angeben. Die Palette reicht von Tiefenentspannung, Geborgenheit, Liebe, Lachen bis hin zu „wieder Weinen konnen§. Es gibt inzwischen mehrere hundert Protokolle.

Hier einige Auszüge: "Unmittelbar nach dem Reiki fühle ich mich entspannter und gelassener". "Ich fühle deutlich, dass sich etwas bewegt, kann es aber schlecht umschreiben". "Die Behandlung loste in mir eine ungeheure Ruhe und Zufriedenheit aus".

Nicht selten ist auch die Rede von Schmerzen, die besser wurden oder ganz verschwunden waren, usw. Außerdem besteht Für die Patienten die Möglichkeit, im Rahmen der Angebote des Gesundheitfördervereins "WOGE e.V." Reiki zu erlernen, um es dann zukünftig selbstständig anwenden zu können.

Ohr-Akupunktur
Ohr-Akupunktur ist eine erfolgreiche Methode bei der Behandlung alkohol-, nikotin- und drogenabhängiger Patienten. Diese Behauptung rief bis vor wenigen Jahren bei Ärzten und Suchttherapeuten Unglauben bis Ablehnung hervor. Viele waren aber neugierig genug, "Suchtakupunktur" zu erlernen, anzuwenden und sich zusammen mit ihren Patienten von der Wirksamkeit dieser ungewohnten Methode überzeugen zu lassen. Seit nun mehr als 30 Jahren wird die Akupunktur, speziell die Ohr- Akupunktur, mit großem Erfolg in der Suchtmedizin angewandt.

Anfang der 1970-er Jahre hatte ein Neurochirurg diese besondere Wirkung der Akupunktur, die eine Therapiemethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist, eher zufällig entdeckt: Die wegen Wundschmerzen nach einer Operation akupunktierten opiumabhängigen Patienten wunderten sich, dass sie kaum Entzugsschmerzen hatten, sie litten nicht unter Nervosität und ihr Drogenhunger ließ nach.

Der Neurochirurg ging diesem Phänomen nach und veröffentlichte 1973 seine systematische Untersuchung zur Suchtbehandlung mit Akupunktur. In der Folge wurde im New York Lincoln-Hospital (USA) eine besonders effektive Kombination von fünf Akupunkturpunkten im Ohr herausgefunden: Die fünf Ohrpunkte des NADAProtokolls, die so überzeugend wirkten, dass das Lincoln-Hospital fortan auf Substitutionsmittel beim Entzug verzichtete. NADA ist die Abkürzung für National Acupuncture Detoxifikation Association, deren deutsche Niederlassung in Hamburg zu finden ist.

Aber wie wirkt nun die Ohr- Akupunktur auf den Patienten? Nach Darstellung der Behandelten ist die Akupunktur in der Lage, eine Vielzahl vegetativer Symptome wie Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Nachtschweiß Magenbeschwerden und Kopf-, Rücken- und Beinschmerzen positiv zu beeinflussen. Es kommt seltener zu Krampfanfällen, lindert innere Unruhe und verbessert den Schlaf. Die Entzugssymptome bleiben erträglich, die Patienten fühlen sich wach und entspannt, ihr Drogenhunger nimmt ab.

Die Ohr-Akupunktur ist eine Reflextherapie, d. h. die Strukturen des ganzen Körpers spiegeln sich im Ohr wider. Über die Ohr-Akupunktur werden die natürlichen Selbstheilungskräfte, die jeder Mensch besitzt, aktiviert, um ein beschwerdefreies Zusammenspiel der Körperfunktionen zu ermöglichen.

Die Akupunktur ist eine kostengünstige und effektive Methode zur Unterstützung der konventionellen Suchttherapie. Sie wirkt unabhängig von der Art des Suchtstoffes, ob es nun Heroin, Alkohol, Nikotin oder Medikamente sind. Zur Behandlung werden drei bis sechs feine Stahlnadeln in beide Ohrmuscheln gestochen. Dies kann einen leichten Schmerz verursachen, meist ist der Einstich jedoch kaum zu spüren. Die Nadeln bleiben 30 bis 45 Minuten sitzen. Am Anfang wird täglich, später alle zwei Tage, dann zweimal die Woche behandelt, um den Erfolg zu stabilisieren (Rückfallprophylaxe).

In den Westfälischen Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie Warstein und Lippstadt wird die Akupunktur von speziell ausgebildeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nach ärztlicher Anordnung angeboten und durchgeführt. Sie wird als Teil eines komplexen Behandlungskonzepts in der Entzugsbehandlung angewendet.

Akzeptiert und integriert
Auf Grund der guten Erfahrungen und positiven Rückmeldungen von Patienten und Mitarbeitern haben wir in der Folge auch in den anderen Entzugsstationen Reiki und Ohr-Akupunktur in das Behandlungsangebot aufgenommen. Inzwischen sind beide Behandlungsmethoden Bestandteil in der Mitarbeiterfortbildung unserer Kliniken.

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erstellt vom Stadtmarketingverband Warstein e.V. in Zusammenarbeit mit den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein   Inhaltsübersicht
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