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Lichtblicke für die Seele

Behandlungsverfahren

Stationäre psychiatrische Behandlung von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen und psychischen Erkrankungen

spezialisiertes Angebot für Menschen mit einer geistigen Behinderung und psychischen Erkrankungen

Seit knapp zehn Jahren hält die Westfälische Klinik Warstein ein spezialisiertes Angebot für Menschen mit einer geistigen Behinderung und psychischen Erkrankungen vor. Die Behandlungsnotwendigkeit ergibt sich aus der psychischen Erkrankung und nicht aus der intellektuellen Behinderung. In Eickelborn übernimmt diese Aufgabe die Station 9/4.

Die Häufigkeit von psychischen Erkrankungen bei Menschen mit Lernbeeinträchtigungen liegt gegenüber der Allgemeinbevölkerung um 3- bis 4- mal höher. Sämtliche psychiatrischen Krankheits- und Störungsbilder treten auch bei Menschen mit Lernbeeinträchtigungen auf: Depressionen, Schizophrenien, Persönlichkeitsstörungen, Suchterkrankungen usw.

guteSchwimmer.jpg (3353 Byte)Wen nehmen wir auf?
Voraussetzung für die Behandlung ist das Vorliegen einer Krankenhausbehandlungsbedürftigkeit und die Zugehörigkeit zur Zielgruppe des Behandlungsangebotes. Es handelt sich um ein durch die Krankenkasse finanziertes stationäres Angebot zur Krisenintervention oder Behandlung, wobei die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei 36 Tagen liegt.

Im Sinne des Pflichtversorgungsauftrages nehmen wir vornehmlich seelisch Erkrankte aus dem regionalen Versorgungsgebiet auf, in begründeten Ausnahmefällen jedoch auch darüber hinaus.

In welchem Milieu findet die Behandlung statt?
Die Station 31 gliedert sich in zwei Gruppen zu je neun Betten. Die Behandlung in kleinen Gruppen – eine offen, eine geschlossen geführt – erleichtert die Orientierung und bietet vielfältige Lernmöglichkeiten. Gleichzeitig ist sie Übungsfeld für den Alltag im Elternhaus, in der eigenen Familie oder im Wohnheim. Die praktische Umsetzung von selbstständigem und eigenverantwortlichem Handeln hilft nicht nur bei der Bewältigung der psychischen Probleme, sondern bereitet auch auf die Anforderungen im Lebensalltag vor.

Gibt es ein spezialisiertes Therapieangebot?
Wir arbeiten seit knapp drei Jahren schwerpunktmäßig ambulant und stationär mit Patienten, die neben der intellektuellen Behinderung eine Borderline-Persönlichkeitsstörung haben. Sie werden heute den Persönlichkeitsstörungen zugerechnet und nicht wie früher einer psychischen Erkrankung im Grenzbereich (Borderline) zwischen Neurose und Psychose. Borderline-Störungen zeichnen sich dadurch aus, dass die betroffenen Menschen, insbesondere Frauen, in vielen Bereichen ihres Lebens sehr instabil sind, so z. B. im zwischenmenschlichen Verhalten, in der Stimmung und in ihrem Selbstbild. Da es für Menschen mit einer intellektuellen Behinderung und einer Borderline-Persönlichkeitsstörung  bisher kein spezielles Therapieverfahren gab, haben wir das Skillstrainingsmanual der dialektisch-behavioralen Therapie von M. Linehan an die Erkenntnis- und Verarbeitungsmöglichkeiten von Lernbehinderten angepasst.

Das Ergebnis ist eine umfangreiche Materialsammlung, die im Rahmen des Fertigkeitentrainings in Gruppen vermittelt wird. Vier Themenbereiche stehen dabei, ausgehend von den vordringlichen Problemen der Patienten, im Vordergrund: Stresstoleranz, zwischenmenschliche Fähigkeiten, Umgang mit Gefühlen, innere Achtsamkeit für sich selbst und andere.

Fazit: In den letzten fünf Jahren haben wir das Stationskonzept konsequent weiterentwickelt. Dabei galt es im Einzelfall nicht nur zu fragen: „Wie lässt sich die Symptomatik beheben? Wie sind die Probleme zu lösen?“, sondern auch danach zu fragen: „Was hält den Menschen gesund? Wo sind seine Ressourcen? Wie kann ich sie fördern und aktivieren?“ Der Soziologe Antonovsky beschreibt diesen Zusammenhang in einem anschaulichen Bild: Die Menschen schwimmen in einem Fluß voller Gefahren, Strudel, Biegungen und Stromschnellen. Der Arzt bzw. Therapeut könnte nun in seiner krankheitsorientierten Sicht versuchen, den Kranken aus dem Strom zu reißen. Oder aber er bildet den Schwimmer – unter Berücksichtigung seiner Ressourcen – zu einem guten Schwimmer aus. Was hilft, die Stromschnellen und Strudel zu meistern? Gezielte Schwimmübungen!

Unsere Erfahrungen sind bisher sehr ermutigend und die Nachfrage steigt. Es motiviert nach wie vor in einem Team zu arbeiten, das sich darum bemüht, zutiefst verletzten bzw. gestörten Menschen Kompetenzen zu vermitteln und ihnen dabei zu helfen, Fachleute „in eigener Sache“ zu werden. Es lohnt sich, in dieser Form Menschen mit einer intellektuellen Behinderung groß zu schreiben.

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erstellt vom Stadtmarketingverband Warstein e.V. in Zusammenarbeit mit den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein Inhaltsübersicht
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