Das Paradox, dass gerade depressive Patientinnen und
Patienten, die über Schlaf- und Einschlafstörungen klagen, nachts wach gehalten werden
sollen, erklärt sich dadurch, dass die zweite Nachthälfte von unruhigem Schlaf mit nicht
selten albtraumartigen Einflüssen geprägt wird.
Die Patientinnen und Patienten sollen wach bleiben, damit
solche Eindrücke ihren nächsten Tag nicht negativ beeinflussen. Positive Effekte sind
vor allem bei stationärer Behandlung zu beobachten, wenn auf
Depressionsstationen" mehrere Patientinnen und Patienten gemeinsam mit
Krankenschwestern und Pflegern das Wachsein" organisieren und mit Aktivitäten
füllen können. Jedoch sind die Effekte selten von Dauer. Deshalb kann die Wachtherapie
in der Regel nur ein Teilbereich einer umfassenden psychotherapeutischen Behandlung sein. |