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Psychische Störungen,
Neurosen und Psychosen
Ist Höhenangst
oder die Angst vor Spinnen normal? Oder eine anhaltende
Niedergeschlagenheit? Inwieweit stimmen die Gedanken mit der
Wirklichkeit überein? Aus welchem Grund kapselt sich ein sonst
geselliger Mensch immer mehr ab? Eine klare Antwort gibt es auf
derartige Fragen meist nicht. Der Übergang vom normalen seelischen
Erleben zur psychischen Krankheit ist fließend. Ab welchem
Schweregrad und Zeitpunkt z.B. Angst oder Traurigkeit als
pathologisch (krankhaft) anzusehen ist, kann niemand genau
definieren. |
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Abgesehen von plötzlichen Ereignissen, wie
einem Unfall mit anschließendem Koma oder Verwirrtheitszustand, entwickeln
sich psychische Störungen meist über Stunden, Tage oder Wochen. Manchmal
liegt der Auslöser oder Beginn noch viel länger zurück. Oder ist auf Anhieb
gar nicht zu erkennen. Und wenn bereits kein Zweifel mehr daran besteht, daß
eine psychische Krankheit vorliegt? Vielleicht eine Neurose oder Psychose?
Sollte man sich dann an den Psychiater wenden? Oder vielleicht doch schon
vorher, um mehr Klarheit zu schaffen?
Zu den häufigen seelischen Störungen
gehören Neurosen und Psychosen. Dabei handelt es sich um Sammelbegriffe,
hinter denen sich ganz unterschiedliche Symptome und Probleme verbergen
können. Nicht selten wird der Begriff Neurose oder Psychose aber auch als
Diagnose verwendet, z.B. wenn eine genauere Aussage (noch) nicht möglich
oder sinnvoll ist. Beide Begriffe werden sicherlich auch in den nächsten
Jahren noch gebraucht, obwohl sie in der weltweit gültigen Klassifikation
der Krankheiten (ICD) nicht mehr auftauchen. Im heutigen Sprachgebrauch ist
vielmehr von einer neurotischen, affektiven oder wahnhaften Störung die
Rede. Eine Krankheit als Störung zu bezeichnen, ist für uns eher ungewohnt.
Es wird einige Zeit dauern, bis wir uns daran gewöhnt haben. Einen Vorteil
hat diese Sichtweise allerdings: Anders als bei dem Krankheitsbegriff muß
nicht mehr bestimmt werden, ob und ab wann jemand als krank anzusehen ist.
Das mag auch dazu beitragen, zwecks Klärung eher das Gespräch mit dem
Psychiater zu suchen. |